Eine einfache Übung für mehr Güte und Verbundenheit
Mitgefühl beginnt nicht unbedingt damit, dass wir etwas für einen anderen Menschen tun. Manchmal beginnt es damit, dass wir wahrnehmen, wie es uns selbst gerade geht – und uns mit etwas mehr Freundlichkeit begegnen.
Die buddhistische Praxis der liebevollen Güte, Metta, kann dabei unterstützen. Sie richtet sich zunächst an einen Menschen, dem wir uns verbunden fühlen, und später auch an uns selbst.
1. Meditation der liebevollen Güte
Denke an einen Menschen, den du sehr gerne hast. Lass vor deinem inneren Auge ein Bild dieser Person entstehen.
Vielleicht entsteht dabei ein warmes oder angenehmes Gefühl.
Richte nun deine Aufmerksamkeit auf diesen Menschen und wünsche ihm von Herzen:
Mögest du in Frieden sein.
Mögest du in Gelassenheit leben.
Mögest du gesund sein.
Mögest du glücklich sein.
Nimm wahr, was dabei in dir geschieht.
Anschließend kannst du die Wünsche auf euch beide richten:
Mögen wir in Frieden sein.
Mögen wir in Gelassenheit leben.
Mögen wir gesund sein.
Mögen wir glücklich sein.
2. Mitgefühl mit sich selbst üben
Du kannst diese Übung auch auf dich selbst richten.
Vielleicht bleibst du morgens nach dem Aufwachen noch einen Moment liegen. Spüre deinen Atem und nimm wahr, wie er sich in deinem Körper bewegt.
Dann richte deine Aufmerksamkeit auf das, was in deinem Leben gut und hilfreich ist. Vielleicht erinnerst du dich an etwas Kleines, das du getan, gesagt oder gedacht hast.
Lass die Freude darüber zu und begegne dir selbst mit etwas Wärme und Anerkennung.
Werde dir auch deines eigenen Bedürfnisses bewusst: nach Gesundheit, Sicherheit, Schutz und Glück.
Du kannst dir dabei sagen:
Möge ich gesund und glücklich sein.
Möge ich sicher und geborgen sein.
Möge ich frei von Leiden sein.
Möge ich mit Leichtigkeit leben.
Spüre nach, was diese Worte in dir auslösen.
Du kannst die Sätze verändern und eigene Worte finden. Es geht nicht darum, die Übung richtig zu machen. Entscheidend ist, dass die Worte für dich stimmig sind.