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Olga Hildebrandt

Beziehungskrise: Wenn Paare nicht mehr weiterkommen

Eine Beziehung kann sich verändern, ohne dass die Liebe verschwunden ist. Trotzdem kann es Phasen geben, in denen zwei Menschen nicht mehr wissen, wie sie miteinander weiterkommen sollen. Eine Beziehungskrise entstand.
Vielleicht führen Gespräche immer wieder zu Vorwürfen und Rückzug. Vielleicht fühlen Sie sich nicht mehr verstanden oder emotional voneinander entfernt. Vielleicht streiten Sie über dieselben Themen und kommen trotzdem keinen Schritt weiter.
Eine Beziehungskrise entsteht dabei meist nicht plötzlich. Häufig entwickeln sich bestimmte Muster über längere Zeit und werden immer vertrauter – auch wenn sie beiden Partnern nicht guttun.

Wenn sich Konflikte wiederholen

Viele Paare kennen solche Kreisläufe: Einer sucht mehr Nähe und möchte etwas klären. Der andere fühlt sich unter Druck und zieht sich zurück. Daraufhin wird der erste noch dringlicher oder kritischer – und der andere geht noch mehr auf Abstand.
Irgendwann geht es dann kaum noch um das ursprüngliche Thema.
Stattdessen geraten beide immer wieder in denselben emotionalen Kreislauf.
Die Frage ist dann nicht mehr nur: „Wer hat angefangen?“ oder „Wer hat recht?“
Interessanter wird die Frage: Was geschieht gerade zwischen uns?

Hinter dem sichtbaren Verhalten liegen oft andere Bedürfnisse

In einer Beziehungskrise sehen wir zunächst das Verhalten: Vorwürfe, Schweigen, Rückzug, Kritik oder Streit.
Darunter können jedoch Verletzungen, Ängste und unerfüllte Bedürfnisse liegen.
Vielleicht steckt hinter der Wut die Angst, nicht wichtig zu sein. Hinter dem Rückzug vielleicht das Gefühl, ohnehin nicht verstanden zu werden. Hinter der Kritik vielleicht der Wunsch nach Nähe und Verlässlichkeit.
In einer EFT-basierten Paartherapie schauen wir deshalb nicht nur auf das, was beide Partner tun, sondern darauf, was emotional zwischen ihnen geschieht.

Wenn Nähe verloren gegangen ist

Manche Paare streiten kaum noch. Sie leben eher nebeneinander her.
Der Alltag funktioniert vielleicht weiterhin: Arbeit, Haushalt, Kinder, Termine. Aber die emotionale Verbindung ist schwächer geworden.
Auch hier kann ein Kreislauf entstehen. Beide wünschen sich Nähe, schützen sich aber gleichzeitig vor weiterer Enttäuschung. Einer hört auf, sich zu zeigen. Der andere bemerkt den Rückzug und zieht sich ebenfalls zurück.
So kann mit der Zeit der Eindruck entstehen: „Wir sind zwar zusammen, aber wir erreichen uns nicht mehr.“

Was Paartherapie verändern kann

Paartherapie bedeutet nicht, herauszufinden, wer schuld ist. Es geht auch nicht darum, einen Partner gegen den anderen zu verteidigen.
Wir schauen gemeinsam darauf, welches Muster zwischen Ihnen entstanden ist und wie Sie beide darin miteinander reagieren.
Dabei bekommen beide Partner Raum für ihre eigene Erfahrung: für Verletzungen, Ängste, Bedürfnisse und das, was sie dem anderen bisher vielleicht nicht vermitteln konnten.
Ziel ist nicht, eine Beziehung um jeden Preis zu erhalten. Vielmehr geht es darum, wieder mehr Klarheit darüber zu bekommen, was zwischen Ihnen geschieht und ob und wie sich Ihre Beziehung verändern kann.

Wann Unterstützung sinnvoll sein kann

Paartherapie kann besonders dann hilfreich sein, wenn

  • Sie immer wieder über dieselben Themen streiten,
  • Gespräche regelmäßig eskalieren oder im Schweigen enden,
  • Sie sich emotional voneinander entfernt haben,
  • Vertrauen verletzt wurde,
  • einer oder beide über Trennung nachdenken,
  • Sie sich wieder mehr Nähe und Verbindung wünschen.
    Manchmal muss eine Beziehung nicht erst kurz vor dem Ende stehen, bevor Unterstützung sinnvoll wird.
    Wenn Sie merken, dass Sie beide allein immer wieder am selben Punkt landen, kann es hilfreich sein, gemeinsam genauer hinzuschauen.
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