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Olga Hildebrandt

Traumatherapie: Wenn die Vergangenheit im Körper weiterwirkt

Wenn etwas lange zurückliegt und trotzdem noch heute spürbar ist

Manchmal liegt ein belastendes Erlebnis viele Jahre zurück – und trotzdem reagiert etwas in uns, als wäre es noch nicht vorbei.
Vielleicht sind Sie schnell angespannt. Vielleicht geraten Sie in bestimmten Situationen immer wieder in Angst, fühlen sich plötzlich klein oder hilflos oder merken, dass Ihr Körper reagiert, obwohl Sie sich mit dem Verstand sagen: „Eigentlich ist doch alles in Ordnung.“
Trauma muss dabei nicht immer mit einem einzelnen dramatischen Ereignis verbunden sein. Auch Erfahrungen, die sich über längere Zeit entwickelt haben, können Spuren hinterlassen.

Wenn der Körper weiter reagiert

Belastende Erfahrungen werden nicht nur erinnert. Sie können sich auch in körperlichen Reaktionen zeigen.
Vielleicht bemerken Sie Anspannung, einen veränderten Atem, Schlafprobleme, innere Unruhe oder das Gefühl, in bestimmten Situationen plötzlich wie blockiert zu sein.
Manchmal ist gar nicht sofort klar, warum der Körper so reagiert.
Das kann irritieren: Ich weiß doch, dass ich heute sicher bin. Warum fühlt es sich trotzdem nicht so an?
Traumatherapie richtet den Blick deshalb nicht nur auf das, was geschehen ist, sondern auch darauf, wie das Erlebte heute noch im Körper und im eigenen Erleben wirksam sein kann.

Nicht alles muss sofort erzählt werden

Viele Menschen haben die Vorstellung, dass Traumatherapie bedeutet, möglichst schnell über das Schlimmste sprechen zu müssen.
Das ist nicht meine Vorstellung von Traumatherapie.
Am Anfang kann es vielmehr darum gehen, wahrzunehmen, was gerade da ist, und wieder mehr Sicherheit im eigenen Erleben zu entwickeln.
Im ursprünglichen Artikel wird dieser erste Abschnitt als Stabilisierungsphase beschrieben: Es geht zunächst um Möglichkeiten zur Selbstregulation und darum, mit den eigenen Reaktionen besser umgehen zu können. Traumatherapie Stuttgart _ Hilfe bei Trauma & Stress.pdfPDF
Erst wenn eine ausreichende Stabilität vorhanden ist, kann es darum gehen, sich belastenden Erfahrungen weiter anzunähern.
Dabei bestimmen Sie das Tempo.

Was Somatic Experiencing dabei bedeutet

In meiner Arbeit mit Somatic Experiencing spielt der Körper eine wichtige Rolle.
Wir schauen nicht nur darauf, was Sie über ein Erlebnis erzählen können. Wir nehmen auch wahr, was in Ihrem Körper geschieht: Atem, Spannung, Bewegung, Unruhe, Erstarrung oder andere körperliche Empfindungen.
Dabei geht es nicht darum, jede Körperempfindung sofort zu erklären.
Zunächst geht es darum, sie wahrzunehmen.
Manchmal entsteht dadurch ein anderer Zugang zu dem, was bisher vielleicht nur schwer verständlich war.

Wenn alte Erfahrungen heute noch mitwirken

Vergangene Erfahrungen können unsere Wahrnehmung und unsere Reaktionen beeinflussen.
Vielleicht reagieren Sie in einer Beziehung besonders empfindlich auf Rückzug. Vielleicht fühlen Sie sich schnell abgelehnt. Vielleicht geraten Sie in Situationen, in denen Sie eigentlich etwas sagen möchten, aber plötzlich nichts mehr sagen können.
Solche Reaktionen sind nicht einfach eine bewusste Entscheidung.
Und trotzdem können wir lernen, sie besser wahrzunehmen.
Der Blick auf die eigene Geschichte kann dabei helfen zu verstehen, warum bestimmte Situationen heute eine so starke Wirkung haben.
Nicht, um in der Vergangenheit stecken zu bleiben.
Sondern um mehr Freiheit im gegenwärtigen Leben zu gewinnen.

Traumatherapie muss nicht bedeuten, alles wieder zu durchleben

Traumatherapie bedeutet für mich nicht, dass Sie jedes Detail eines belastenden Erlebnisses erzählen oder noch einmal durchleben müssen.
Es geht vielmehr darum, einen Umgang mit dem zu finden, was heute noch wirkt.
Dabei kann es manchmal schon ein wichtiger Schritt sein, die eigenen Reaktionen besser zu verstehen:
Was passiert gerade in meinem Körper? Was löst diese Situation in mir aus? Was brauche ich jetzt, um mich wieder sicherer zu fühlen?
Mit der Zeit kann sich dadurch etwas verändern.
Nicht unbedingt plötzlich.
Aber manchmal Schritt für Schritt.

Wann Traumatherapie sinnvoll sein kann

Vielleicht merken Sie, dass bestimmte Reaktionen immer wieder auftreten und Sie sich dadurch in Ihrem Alltag oder in Ihren Beziehungen eingeschränkt fühlen.
Vielleicht gibt es Erfahrungen aus der Vergangenheit, die Sie noch heute beschäftigen.
Oder Sie können gar nicht genau sagen, woher bestimmte Reaktionen kommen – spüren aber, dass etwas in Ihnen immer wieder auf dieselbe Weise reagiert.
Dann kann es sinnvoll sein, sich diese Zusammenhänge gemeinsam anzuschauen.
Traumatherapie bedeutet dabei nicht, dass mit Ihnen etwas „nicht stimmt“.
Sie kann ein Raum sein, in dem Sie verstehen lernen, was in Ihnen geschieht, und neue Erfahrungen mit Sicherheit, Wahrnehmung und Selbstregulation machen können.

Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie ich Traumatherapie und Somatic Experiencing in meiner Arbeit verbinde, finden Sie hier weitere Informationen:
Traumatherapie und hier kann man einen Termin buchen.

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