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Olga Hildebrandt

Traumatherapie: Welche Wege der Verarbeitung möglich sind

Warum nicht jeder Mensch denselben Zugang braucht

Traumatische Erfahrungen können sehr unterschiedlich sein. Manche Menschen wissen genau, was ihnen widerfahren ist. Andere spüren vor allem die Folgen: innere Unruhe, Anspannung, Rückzug, Schlafprobleme oder das Gefühl, in bestimmten Situationen plötzlich nicht mehr richtig reagieren zu können.
Auch der Weg, mit solchen Erfahrungen umzugehen, kann unterschiedlich sein. Es gibt nicht die eine Methode, die für jeden Menschen gleichermaßen passt.

Verschiedene Zugänge zur Traumaverarbeitung

Traumatherapie umfasst unterschiedliche therapeutische Ansätze. Manche arbeiten stärker mit Gedanken und Erinnerungen, andere beziehen den Körper und das Nervensystem besonders mit ein.
Ein kognitiver Zugang kann beispielsweise dabei helfen, Gedanken und Überzeugungen zu erkennen, die sich nach belastenden Erfahrungen entwickelt haben. Andere Verfahren arbeiten gezielt mit der Verarbeitung belastender Erinnerungen. Im ursprünglichen Artikel werden unter anderem EMDR und traumafokussierte kognitive Verhaltenstherapie genannt.
In meiner Arbeit liegt der Schwerpunkt auf Somatic Experiencing.

Wenn der Körper mitredet

Manchmal wissen wir mit dem Verstand längst, dass eine Situation vorbei ist – und trotzdem reagiert der Körper weiter.
Die Schultern spannen sich an. Der Atem verändert sich. Der Körper wird unruhig oder fühlt sich plötzlich wie erstarrt an.
Solche Reaktionen können Hinweise darauf sein, dass eine Erfahrung noch nicht vollständig verarbeitet ist.
Somatic Experiencing richtet die Aufmerksamkeit deshalb auf das körperliche Erleben. Nicht nur auf die Geschichte, die wir über das Erlebte erzählen, sondern auch darauf, was im gegenwärtigen Moment im Körper geschieht.
Das kann ein anderer Zugang zu dem sein, was bisher vielleicht schwer greifbar war.

Sicherheit kommt zuerst

Traumatherapie bedeutet für mich nicht, möglichst schnell in die belastendsten Erinnerungen einzusteigen.
Bevor wir uns schwierigen Erfahrungen weiter annähern, braucht es einen ausreichenden Boden von Sicherheit und Stabilität.
Dazu gehört, die eigenen Reaktionen besser wahrzunehmen und Möglichkeiten zu entwickeln, sich selbst zu regulieren. Erst wenn genügend Stabilität vorhanden ist, kann eine weitere Annäherung an traumatische Erfahrungen sinnvoll sein. Auch der ursprüngliche Artikel beschreibt Stabilisierung als wichtigen ersten Schritt. Traumatherapie Stuttgart – Professionelle Hilfe bei Trauma.pdfPDF
Dabei gibt es kein festgelegtes Tempo.

Was für den einen passt, muss für den anderen nicht passen

Menschen bringen unterschiedliche Erfahrungen, Körper, Lebensgeschichten und Möglichkeiten mit.
Deshalb interessiert mich in der therapeutischen Arbeit nicht nur die Frage: Welche Methode gibt es?
Sondern auch:
Was braucht dieser Mensch gerade?
Was ist möglich, ohne zu überfordern?
Wo kann ein erster Schritt entstehen?
Manchmal ist es hilfreich, zunächst mehr über das Erlebte zu sprechen. Manchmal ist der körperliche Zugang leichter. Und manchmal braucht es zunächst vor allem Zeit, Stabilität und die Erfahrung, sich in der therapeutischen Beziehung sicher fühlen zu können.

Traumatherapie ist kein Abarbeiten eines festen Programms

Ich verstehe Traumatherapie nicht als einen vorgegebenen Weg, der für alle gleich aussieht.
Es geht darum, gemeinsam wahrzunehmen, was da ist, und Schritt für Schritt herauszufinden, was hilfreich sein kann.
Dabei müssen Sie nicht alles erzählen.
Sie müssen nichts erzwingen.
Und Sie müssen auch nicht schneller sein, als es für Sie stimmig ist.
Der Körper kann dabei ein wichtiger Wegweiser sein.

Wenn sich etwas verändern darf

Vergangene Erfahrungen können lange nachwirken. Aber sie müssen nicht für immer bestimmen, wie wir uns fühlen, wie wir auf andere Menschen reagieren oder wie wir unser Leben gestalten.
Therapie kann einen Raum schaffen, in dem wir diese Reaktionen besser verstehen und neue Erfahrungen machen können.
Manchmal beginnt Veränderung nicht damit, dass wir etwas Vergangenes noch einmal ganz genau erzählen.
Manchmal beginnt sie mit einem kleinen Moment, in dem wir bemerken:
Jetzt bin ich hier. Jetzt ist es anders.

Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie ich mit Somatic Experiencing arbeite, finden Sie hier weitere Informationen zu meiner Traumatherapie.

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