Nehmen Sie sich einen Moment Zeit und richten Sie diese Wünsche zunächst an sich selbst:
- Möge ich glücklich sein und die Ursachen für Glück haben.
- Möge ich frei von Leid sein und die Ursachen für Leid loslassen können.
Dann richten Sie dieselben Wünsche an einen Menschen, der Ihnen nahesteht – zum Beispiel an Ihre Partnerin, Ihren Partner, ein Familienmitglied oder einen Freund: - Mögest du glücklich sein und die Ursachen für Glück haben.
- Mögest du frei von Leid sein und die Ursachen für Leid loslassen können.
Versuchen Sie dabei, die Sätze nicht nur gedanklich zu wiederholen. Nehmen Sie sich immer wieder einen Moment Zeit, wirklich zu spüren, was Sie diesem Menschen wünschen. Es geht nicht darum, ein bestimmtes Gefühl hervorzubringen. Lassen Sie den Wunsch einfach entstehen und nehmen Sie wahr, was dabei in Ihnen geschieht.
Warum kann diese Übung hilfreich sein?
Im Alltag richtet sich unsere Aufmerksamkeit häufig sehr stark auf uns selbst: Was brauche ich? Was wünsche ich mir? Was hat der andere getan oder nicht getan? Wie geht es mir damit?
Das ist ganz menschlich. Wenn sich unsere Aufmerksamkeit jedoch immer wieder ausschließlich um uns selbst und unsere eigenen Bedürfnisse dreht, kann sich unser Blick verengen. Wir erleben dann den anderen vielleicht vor allem danach, was sein Verhalten mit uns macht.
Die Übung der liebenden Güte lädt dazu ein, den Blick ein wenig zu weiten. Wir wenden unsere Aufmerksamkeit bewusst einem anderen Menschen zu und wünschen ihm – unabhängig davon, was er für uns tut – Glück und die Freiheit von Leid.
Dabei müssen wir den anderen nicht idealisieren und auch nicht gutheißen, was er tut. Die eigenen Bedürfnisse und Grenzen bleiben wichtig. Es geht vielmehr darum, den anderen wieder als einen Menschen wahrzunehmen, der – genau wie wir selbst – glücklich sein möchte und Leid vermeiden möchte.
Manchmal verändert sich allein dadurch etwas in unserer eigenen Wahrnehmung. Der Blick wird weiter, und es entsteht etwas mehr innerer Raum.
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