Wie man einen Streit mit der Logik der Leere stoppt
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Olga Hildebrandt

Wie man einen Streit mit der Logik der Leerheit betrachten kann

Um einen Streit mit der Logik der Leerheit zu betrachten, kann es helfen, für einen Moment aufzuhören, nach einem Schuldigen oder einer einzigen Ursache zu suchen.

Hier sind drei einfache Schritte, die helfen können, einen Streit auch in seiner größten Hitze etwas anders wahrzunehmen:

1. Mach eine Pause und schau genauer hin

Wenn ein Streit beginnt, entsteht schnell der Gedanke: „Mein Partner macht mich wütend – er ist die Ursache, und ich bin die Folge.“
Versuche in diesem Moment, die Situation in einzelne Bestandteile zu zerlegen:
Was ist gerade tatsächlich wahrnehmbar? Vielleicht hörst du eine laute Stimme. Vielleicht spürst du dein Herzklopfen, Anspannung im Körper oder Hitze im Gesicht. Vielleicht sind da Gedanken, Erinnerungen und starke Gefühle.
Und wo genau ist der „Streit“?
Er lässt sich nicht so einfach an einer einzigen Stelle finden. Er entsteht aus dem Zusammenspiel all dieser Erfahrungen.
Allein diese Wahrnehmung kann schon etwas Abstand schaffen.

2. Frage dich: „Wann hat er angefangen?“

Versuche, die eine erste Ursache zu finden, wegen der du gerade so reagierst.
Ist es wegen der ungespülten Tasse? Die Tasse stand vielleicht schon am Morgen dort, ohne dass du dich aufgeregt hast.
Ist es, weil dein Partner böse ist? Gestern hast du ihn vielleicht noch liebevoll erlebt.
Was geschieht also gerade alles gleichzeitig?
Vielleicht sind Müdigkeit, ein bestimmter Tonfall, alte Erinnerungen oder eine Enttäuschung mit im Spiel.
Wenn wir erkennen, dass es nicht unbedingt eine einzige erste Ursache gibt, muss auch nicht mehr so dringend geklärt werden, wer „angefangen“ hat.

3. Beobachte, was du selbst weitergibst

Stell dir den Streit wie ein Feuer vor. Die Worte und Reaktionen, die darauf folgen, können dieses Feuer weiter nähren.
Wenn dein Partner dir etwas Verletzendes sagt und du für einen Moment schweigst, tief atmest oder eine Pause machst, reagierst du nicht auf die gleiche Weise zurück.
Du unterbrichst die bisherige Dynamik.
Das bedeutet nicht, dass du das Gesagte gutheißen musst. Es bedeutet nur, dass du beobachtest, was du selbst als Nächstes in diesen Moment hineinbringst.

Ein Satz, der helfen kann

Anstatt zu denken oder zu sagen: „Du bist an allem schuld“, kannst du für einen Moment innehalten und dir sagen:
„Wir sind beide gerade mitten in diesem Streit. Was geschieht hier gerade zwischen uns?“
Vielleicht ist eine Pause hilfreich:
„Ich möchte gerade nicht weiter eskalieren. Lass uns zehn Minuten Pause machen.“
Die Betrachtung der Leerheit bedeutet nicht, dass Verletzungen keine Bedeutung haben oder dass niemand Verantwortung trägt. Sie kann vielmehr helfen, den Streit nicht als etwas Festes zu betrachten, das bereits vollständig bestimmt ist.
Wenn sich Bedingungen verändern, kann sich auch das verändern, was zwischen zwei Menschen geschieht.

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